01.10.2019 , 09:18 Uhr - Nachrichten - Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt

Auftraggeber-Informationsanforderung (AIA) in der Praxis

Regionaler Anwendertag der buildingSMART-Regionalgruppe Mitteldeutschland

Dresden 26. September 2019. Am Vortag des 4. EIPOS BIM-Forums traf sich die buildingSMART-Regionalgruppe Mitteldeutschland und diskutiert den aktuellen Stand der Einführung von AIA's bei öffentlichen Bauvorhaben. Bewusst setzten die Regionalgruppensprecher Dr. Silvia Kracht, Georg Knobloch und Norbert Gläser das aktuelle Thema „Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA)“ auf die Tagesordnung. Zahlreiche Interessenten kamen und diskutierten mit.

Als Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) wird der Informationsbedarf des Auftraggebers bezeichnet, der als Anforderung an den Auftragnehmer beschrieben wird. Die Auftraggeber-Informationsanforderungen definieren, wann, in welchem geometrischen und alphanumerischen Detaillierungsgrad, in welchem Format, für welchen BIM-Anwendungsfall und von welchem Planer die geforderten Daten geliefert werden sollen, um die Ziele des Auftraggebers zu erreichen.

Grundlage einer BIM-basierten Zusammenarbeit bildet der der BIM-Abwicklungsplan (BAP) Dieser definiert BIM-Ziele, organisatorische Strukturen und Verantwortlichkeiten und legt die geforderten BIM-Leistungen sowie die Software- und Austauschanforderungen fest. Ein BIM-Abwicklungsplan sollte immer auf Basis konkreter Auftraggeber-Informationsanforderungen entwickelt werden und Vertragsbestandteil zwischen Bauherrn und Projektteilnehmern sein.

Veronika Schumann (SIB Sächsisches Immobilien- und Baumanagement) sprach über “AIAs in Sachsen und Erfahrungen mit deren Anwendbarkeit in der Praxis“ Anspruchsvolle Ergebnisse ihrer Forschung „AIAs aus der Praxis im Vergleich – Zwischenergebnisse einer Untersuchung“ stellte Martina Mellenthin Filardo (Bauhaus-Universität Weimar) vor und Norbert Gräser präsentierte „Praxisberichte: AIAs in der Praxis“.

Zusammenfassend stellte Georg Knobloch heraus, dass für die kleinteilige Bau- und Immobilienbranche in Deutschland bislang allgemeingültigen Definitionen fehlen, was unter AIA für erfolgreiche BIM-Projekte zu verstehen ist. Diese “Standardisierung” steht noch aus und wird mit der Richtlinie VDI 2552 Blatt 10 „BIM – Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) und BIM-Abwicklungspläne (BAP)“ erwartet.

In eigener Sache diskutierten die Teilnehmer auch über die Zukunft der Regionalgruppe. Lokale Initiativen bilden den Kern der 2016 gegründeten buildingSMART-Regionalgruppe Mitteldeutschland. Gemeinsam wollen die Akteure – so auch das BIM-Cluster Sachsen-Anhalt – die Digitalisierung der Bau- und Immobilienwirtschaft fördern. In der Gruppe kommen Vertreter der gesamten Wertschöpfungskette Bau zusammen. Dr. Rainer Berger, Geschäftsführer Entwicklung und Netzwerke der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt/ Sprecher BIM-Cluster Sachsen-Anhalt und Partner im Kompetenznetzwerk Mittelstand 4.0 Planen und Bauen - TZ Ost sprach sich für die Fortsetzung der fachlichen Zusammenarbeit der Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in der buildingSmart- Regionalgruppe aus.

Dr. Rainer Berger



BIM Cluster
Sachsen-Anhalt

Building Information Modeling (BIM), die Digitalisierung im Bauwesen, ist die weltweit modernste Methode entlang der Wertschöpfungskette von Gebäuden sowie Liegenschaften. BIM wird die Zukunft im Bauwesen auch in Deutschland bestimmen. Alle am Bau Beteiligten werden von dieser Methode partizipieren. Das 'BIM Cluster Sachsen-Anhalt' ist das Netzwerk öffentlicher Institutionen, Organisationen und Verbände sowie privater Unternehmen. Ziel des Netzwerks ist es, die Implementierung von BIM in Sachsen-Anhalt zu unterstützen, vorzubereiten und zu begleiten. Das regionale Cluster soll Akteure und Interessenten zusammenbringen und den schnellen, intensiven Informationsaustausch fördern.